Jetzt Liquidität in Ihrem Unternehmen sichern, die kurzfristige Liquiditätsplanung, 22.04.2020

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Derzeit sorgen die Maßnahmen der Regierung für eingeschränkte Liquiditätszuflüsse bzw. für einen vollständigen Einnahmenausfall. Vielen Branchen forcierten das Kurzarbeit-Modell. Dieses ist vorzufinanzieren – viele Unternehmen verfügen jedoch nicht über die notwendigen finanziellen Mittel. Zusätzlich müssen diverse Zahlungen weiterhin getätigt werden (zB. Miet-, Zins- und Leasingzahlungen, Löhne und Gehälter, Kredittilgungen, Energiekosten etc.). Liquiditätshilfen laufen an, die Frage ist jedoch, ob diese ausreichen werden und den Fortbestand gewährleisten können.

Gemäß der Bilanzdatenbank des KMU-Forschungsinstituts wurde analysiert, wie lange KMU liquide Mittel zur Verfügung haben. Aus rd. 85.000 Jahresabschlüssen aus den Zeiträumen (2017/2018) wurden unter nachstehenden Annahmen errechnet, für wie viele Wochen und Monate KMU mit der vorhandenen Liquidität auskommen.

Unter folgenden Prämissen wurde die Analyse erstellt:

  • Forderungen aus LuL sind noch vollständig einbringlich
  • weitgehender Stopp des Waren- und Materialeinkaufs auf Grund des Nachfrageausfalls
Quelle: KMU Forschung Austria, Bilanzdatenbank, Bezugszeitraum 2017/18, Datenstand Juli 2019
zur Analyse der KMU Forschung Austria aus März 2020

Daraus ist ersichtlich, dass rd. 53 % der KMU nur bis zu einem Monat mit der vorhandenen Liquidität auskommen, wenn keine weiteren Maßnahmen getroffen werden.

Jetzt braucht es gezieltes Liquiditäts- und Krisenmanagement, um Unternehmen zuerst finanziell abzusichern, zu stabilisieren und darauf folgend wieder Fahrt aufnehmen zu können.

RANEFELD & RANEFELD-RATHBAUER und CFO-Solutions sind Profis im Interim Management und verfügen über langjährige Erfahrung mit herausfordernden Situationen.  Mit der Situation angepasster Medthodik, den passenden Tools sowie das Know-How, können Sie mit uns gemeinsam diese Situationen meistern.

WORAUF KOMMT ES JETZT BEI DER KURZFRISTIGEN LIQUIDITÄTSPLANUNG AN?

Nachfolgend finden Sie eine Anleitung, wie Sie eine kurzfristige Liquiditätsplanung auf Wochenbasis durchführen (direkte Ermittlung). Wenn Sie die Finanzplanung nicht aus einem System erhalten, können Sie hierfür MS Excel heranziehen.

  • Eine wöchentliche Darstellung der Liquiditätsplanung ist besonders wichtig – wer glaubt, es würde eine monatliche Betrachtungsweise reichen, der wird spätestens am 15. des Monats, zum Zeitpunkt der Zahlung der Lohnnebenkosten und der UVA erkennen, dass es eng werden könnte (Ausnahme – es sind genügend Cashreserven bzw. Kreditlinien vorhanden).
  • Ermittlung des Cash-Status aus der Buchhaltung sowie aus den Bankkonten/Kassen.
  • Bestehenden KKK ermitteln, Vorsicht bei gegebenen Garantien und L/C´s, diese können den zur Verfügung stehenden Rahmen reduzieren.
  • Debitoren – die bestehenden Debitoren sollten in der Buchhaltung tagesaktuell verbucht sein, die ERP oder Buchhaltungssysteme können die Daten in Excel exportieren. Wenn kein Fälligkeitsdatum bei der einzelnen Forderung hinterlegt ist, wird es sicherlich ein Zahlungsziel geben. So oder so können Sie somit den zu erwarteten Eingang der Forderung in Excel darstellen. Bitte beachten Sie die Werthaltigkeit der Forderungen!
  • Kreditoren – gleiche Vorgehensweise – nur den Auszahlungen in den jeweiligen Kalenderwochen zuzuordnen (siehe Zahlungsziel oder Fälligkeitsdatum).
  • Gibt es Aufträge, die gerade in der Pipeline sind bzw., fertig werden? Dann sind diese dementsprechend in der kurzfristigen Liquiditätsplanung zu berücksichtigen.
  • Gemäß Ihrer fachlichen Einschätzung als ordentlicher Unternehmer werden Sie realistisch zukünftige Aufträge/Umsätzeund somit Einnahmen einschätzen können und ebenfalls in die jeweilige Kalenderwoche als Eingang eintragen (unter Berücksichtigung der notwendigen Ressourcen, des Materialeinsatzes etc.). Die zukünftigen Ausgaben, welche für die Produktion/Dienstleistung/Leistungserstellung anstehen,  sind ebenfalls in die jeweilige Kalenderwoche einzutragen. Bedenken Sie, dass neue Lieferanten evt. eine Zahlung in Voraus oder Anzahlung erwarten.
  • Zahlung der Gehälter und Löhne – einerseits sind die Förderungen/Zuwendungen der Regierung (Stichwort: Kurzarbeit) zu berücksichtigen, andererseits sind zwei Zahlungen wesentlich (meistens am Monatsende):
    • Gehälter/Löhne – Nettoauszahlungen an DienstnehmerInnen
    • 15. des Folgemonats – Lohnnebenkosten, Abgaben und Steuern iVm mit Gehältern/Löhnen.
  • Vorsicht – im Mai/Juni kommt die Urlaubsremuneration hinzu – es macht keinen Sinn, die 13./14. Gehalts- und Lohnauszahlung auf 12 Monate aufzuteilen –  dies entspricht nicht dem Liquiditätsfluss! Eine genaue Ermittlung unter Eintragung der zusätzlichen Auszahlung der Urlaubsremuneration ist entscheidend!
  • Auszahlungen für die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs beinhalten größtenteils Auszahlungen im Rahmen des sonstigen betrieblichen Aufwands und stellen meist regelmäßige Zahlungen dar (Miete, Leasing, Energie, Steuerberatung, Versicherungen, Instandhaltungen etc). Diese Auszahlungen sind ebenfalls in die jeweilige Kalenderwoche einzutragen. Um diese recht rasch zu ermitteln, können Sie auch Ihre Konten bzw. Saldenliste „überfliegen“. Beachten Sie bitte, dass es vielleicht möglich ist, mit dem einen oder anderen Geschäftspartner zu verhandeln, um vorübergehend etwaige Zahlungen zu verringern (Nachlass, Stundung etc). – siehe hier auch z.B. den Verhaltenskodex der österreichischen Versicherungswirtschaft in der Coronakrise. Unser Partner – Herr Mag. Struggl, VerCon Wirtschaftsberatung GmbH, kann Ihnen mit seiner Expertise zur Verfügung stehen.
  • UVA – vergessen Sie nicht auf die UVA (bei bereits gebuchten Rechnungen gemäß Buchhaltungssystem leicht zu ermitteln). Für zukünftige Einnahmen und Auszahlungen ist diese separat zu ermitteln und jeweils rd. 6 Wochen danach in der jeweiligen Kalenderwoche zu berücksichtigen – Vorsicht bei einer ermittelten Gutschrift, diese steht Ihnen nicht sofort zur Verfügung.
  • Begleichung etwaiger Kapitaldienste/Rückzahlungen – diese sind ebenso zu berücksichtigen – hier kann evt. im Zuge vpn Bankgesprächen eine vorübergehende Reduzierung oder Stundung vereinbart werden (Vorsicht – Gesellschafterdarlehen bei bereits in der Krise befindlichen Kapitalgesellschaften; diese sind eigenkapitalersetzend – siehe Eigenkapitalersatz-Gesetz EKEG). Auch Zinsen können gestunden werden.
  • Etwaige Kapitaleinzahlungen durch Gesellschafter verbessern die Liquidität.
  • Berücksichtigen Sie liquiditätserhöhende Förderungen , Zuschüsse und sonstige Unterstützungsmaßnahmen seitens des Bundes/des Landes/sonstiger Institutionen und Fördermittelgeber.
  • Gibt es weitere dringend notwendige Zahlungen (evt. notwendige Investitionen), die zu einer Liquiditätsverminderung führen? 
  • Nachdem Sie alle zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben den Kalenderwochen zugeordnet haben, ist die Differenz in der entsprechenden Kalenderwoche zu bilden. Berücksichtigen Sie bitte, dass es zu Verschiebungen auf der Eingangsseite kommen kann – Ihre Kunden sind möglicherweise ebenso von der Krise betroffen. Bleiben Sie stetig in Kontakt zu Ihren wichtigsten Kunden wie auch Lieferanten!
  • Sind Ihre Auszahlungen in allen Kalenderwochen gedeckt und Sie haben noch genügend Mittel frei, freuen wir uns für Sie! Wenn nicht, dann bewahren Sie kühlen Kopf und handeln rasch, aber überlegt. Berechnen Sie verschiedene Szenarien und arbeiten Sie daraus zukunftsversprechende Maßnahmen aus und setzen Sie diese gezielt um.
  • Der nächste Schritt – versuchen Sie den Prozess zu verbessern, zu standardisieren und zu automatisieren.  Ziel ist, dass Sie regelmäßig eine aussagekräftige Vorschau erhalten, auf deren Basis Sie Entscheidungen treffen können!
  • Verbessern Sie stetig die Aussagekraft und binden Sie jene für Sie relevanten KPI´s, welche Ihre Liquidität beeinflussen, ein.
Ausschnitt Dashboard unserer kurzfristigen Liquiditätsplanung

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Zusätzliche Informationen zum Thema „Leitfaden in Krisensituationen“ finden Sie in unserem Blog vom 19.03.2020.

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Viel Erfolg mit der kurzfristigen Liquiditätsplanung wünscht Ihnen

Ihr Team von Ranefeld & Ranefeld-Rathbauer!